Eine Leidenschaft für das Einfangen von Licht

Die computergesteuerte Technik erlaubt heute auch dem Amateur eine Qualität von Astroaufnahmen, die vor wenigen Jahren nur Profis mit großen Teleskopen von der Erde aufnehmen konnten.

Unerreichbar für Hobby-Astrophotographen bleibt heute fast nur die Qualität von Aufnahmen von Weltraumtelekopen wie Hubble (in Betriebnahme April 1990, heute noch aktiv) oder dem James-Webb-Teleskop (Sommer 2022).

Aber auch vergangene Weltraummissionen mit legendären Weltraumsonden (Voyager 1&2, NASA) und Cassini (ESA) haben Bilder geliefert, die in der Menschheitgeschichte bisher einmalig sind und für Amateure natürlich unerreichbar bleiben. Hier eine Blue-Dot-Bildcollage: :

Links. Das legendäre, berühmte „Pale Blue Dot“ Foto von der winzig kleinen Erde, von der Raumsonde Voyager 1 am 14. Feb. 1990  aus einer Entfernung von sechs Milliarden Kilometern aufgenommen . Beide Voyager-Sonden setzen ihre Reise aus dem Sonnensystem fort und sind teilweise heute noch ansprechbar (Voyager 1, z.Zt. (2026, 25.5 Mill. km entfernt). „Image credit: NASA“

Rechts: Am 19. Juli 2006, hat die Cassini Sonde der ESA ein ähnliches Foto mit Saturnringen und Erde und Mond in einem Bild aufgenommen (1.44 Milliarden Km von der Erde. Photo: ©ESA;.

Diese Bilder lassen Demut aufkommen von der kleinen unbedeutenden, fragilen Erde die im weiten, lebensfeindlichen Weltall schwebt.

Aber….. zurück zu der Amateur-Astrophotographie, Das sozusagen „Gute“ ist, dass die Profiastronomen mit den verschiedenen Weltraumteleskopen naturgemäß kaum Interesse an schönen Aufnahmen von den bekannten vielen DeepSky-Zielen (Galaxien, farbigen Nebeln, Art etc.) haben und diese als „Pretty Pictures“ berechtigterweise etwas abtun wegen des eher geringen wissenschaftlichem Gehalts.

Die wissenschaftliche Astronomie mit ihren Großteleskopen auf der Erde oder mit Weltraumteleskopen ist heute ein ganz bedeutender Teil z.B. der theoretischen Physik, die wichtigen Fragen an astronomischen Daten versucht zu klären, wenn entsprechende Experimente auf der Erde mit Riesenbeschleunigern immer schwerer werden. Dabei werden gezielt nur wichtige Ziele in den Fokus genommen. die das betreffende aktuelle wissenschaftliche Interesse beinhalten könnten. Aufnahmen von 13 Milliarden alten Frühgalaxien z.B. sind wissenschaftlich enorm wertvoll, aber photographisch eben nicht sehr „hübsch“.

Durch die Aufgabenkonzentrierung in der Astronomie ergibt sich auch ein Grenzbereich, wo Amateure heute neue astronomische Phänomene endecken, für die Profis schlicht bisher keine Zeit gefunden haben, So wurden vor kurzer Zeit OIII-Riesennebelgebiete um M31, dem altbekannten Andromedanebel, gefunden (SDSO‑1, 2021 von Marcel Drechsler, Xavier Strottner und Yann Sainty mit 500 h Belichtung!!). Es ist der erste bestätigte Vertreter einer neuen Klasse: Ghost Planetary Nebulae (GPNe). Der Nebel ist so alt und dünn, dass er nur durch seine Schockfront sichtbar wird.

Fazit: Insgesamt ist für mich die Amateur-Astrophotographie von im Weltall sichtbaren Objekten sehr faszinierend gerade auch wegen des wissenschaftlichen Hintergrundes, die auch philosophische bis hin zu religiösen Aspekten beinhaltet.

Auf dieser Website sind meine bisherigen Astroaufnahmen zu sehen.
Ziel war dabei immer, das jeweilige Ziel so qualitativ gut und unverfälscht
und richtig in der Farbauswahl wiederzugeben, wie es mir jeweils möglich war.
Ein wichtiger Schritt war der Bau einer eigenen Gartensternwarte mit Rolldach,
mit der das Hobby erst so richtig motivierte Fahrt aufnahm.

EQ6

2019 Anfang mit einer
EQ6-Montierung und einem
8“ Newton

An klaren Tagen wurde nachmittags die Montierung im Garten exakt nach Norden ausgerichtet.  In der Dunkelheit wurde auf den Polarstern ausgerichtet und mit der Handsteuerung das übliche 2-3 Sterne Aligment durchgeführt. Als Software für die erste Kamera (Canon 1000D) wurde anfangs auf einem Laptop mit EOSutility Bilder aufgenommen und abgespeichert

Sternwarte

2020/2021 Bau einer Gartensternwarte

Im Internet gibt es eine Reihe von Bauanleitungen für eine Gartensternwarte. Es gibt auch kommerzielle Anbieter für entsprechende Holzhäuser oder auch drehbare Kuppeln. Diese kommerziellen Lösungen sind nicht ganz billig. In meinem Fall habe ich mich für einen Eigenbau entschieden, bei dem ein Ausstellungsgarten-Blockhaus von einem Baumarkt als Grundlage verwendet wurde. Eine genaue Beschreibung finden Sie aus dieser homepage.

Der sehr große Nutzen so einer kleinen festen Gartensternwarte ist die schnelle Verfügbarkeit des Telekopes bei geeignetem Wetter, ggf. auch für nur wenige klare Stunden in einer Nacht. Es konnte darin auch ein lokaler PC eingesetzt werden, der die Steuerung und die Bildspeicherung übernimmt. Nach einigem Probieren habe ich mich für das open source Programm N.i.n.a
(Nightime Imaging „N“ Astronomy) entschieden, das konkret die EQ6-R-Pro Montierung steuern kann, die Kamera bedienen, Ziele über platesolving automatisch findet und mit PHD2 zusammenarbeitet, was das guiding, also das „Festhalten“ des Ziels während einer langen Belichtungszeit bewerkstelligt. Das ganze kann ich dann über Lan-kabel mit einem PC im Wohnzimmer kontrollieren und auswerten.  Bequemer und gleichzeitig effizienter geht es kaum.


„Astrofotographie ist für mich ein sehr interessantes, forderndes, spannendes und entspannendes  Hobby geworden, dass ich nicht mehr missen möchte…“

Peter Artur Nielsen

CEO, Gartensternwarte Besitz